Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Samstag, Juni 02, 2007

Ueber Heuchelei

23.5.2007
Mit grossem Verständnis, fast schon Beifall, sehen die UNO und die internationale Staatengemeinschaft dem Töten unschuldiger Palästinenser durch die erbarmungslose und brutale Armee zu. Allerdings ist diese Armee, die des arabischen Staates Libanon. Faszinierend ist es diesen Wandel öffentlicher Wahrnehmung festzustellen. Plötzlich ist es völlig verständlich für eine Armee islamistische Extremisten der Fatah al-Islam mit Panzern anzugreifen, Terroristen, die sich, wo denn sonst, hinter unschuldigen Zivilisten verstecken und diese als Schild missbrauchen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um Zivilisten des Dorfes Nahr al-Bard. Als Israel genau dasselbe vor einem Jahr gegen die Hisbullah tat, als diese viele südlibanesische Dörfer und ihre Bewohner zu Geisel nahmen, ging ein Aufschrei durch die Welt. Wo sind die Gutmenschen, die palästinensischen Honig kaufen, voller Verständnis und Erbarmen palästinensischen und islamischen Terror unterstützen, wo sind sie, wenn sich für einmal nicht Israel seiner Haut wehrt, sondern sein arabischer Nachbarstaat Libanon? Vielleicht sind sie dran Argumente zu finden, um das Ganze Israel in die Schuhe zu schieben. Oder sie zieren sich. Warten wir ab. Ernsthaft – immer klarer wird, wie quer islamistische Organisationen – ausnahmslos mit Terror beschäftigt – in den Hälsen arabischer Staaten stecken. Das ist nicht neu. Vor fünfundzwanzig Jahren hatte der syrische Präsident Assad (der Papa) Ärger mit Islamisten, liess die Stadt Hamma flach bomben, erzielte zwischen zwanzig und dreissig Tausend Tote und hatte danach Ruhe. Niemand hatte sich daran – bis heute - gestört.
Übrigens wurde heute in Sderot das elfte Opfer islamistischer Kassamraketen aus dem Gazastreifen zu Grabe getragen. Diese von allen Israelkritikern verniedlichte Waffe, tötet – genau so effizient, wie eine Rakete aus einem israelischen Helikopter. Der einzige Unterschied ist, dass Israel seine Waffen immer, aber nicht immer erfolgreich, auf militärisch definierte Ziele einsetzt, während Hamas, Islamischer Jihad und andere, diese mit nur mit einem Ziel abschiessen, möglichst viele jüdische Zivilisten zu töten. Soviel zum Märchen, palästinensische Raketen seien niedliches Feuerwerk, das bestenfalls etwas Lärm mache, islamische Knallfrösche also.