Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Montag, Juni 18, 2007

Lieber ohne Kommentar

20.6.2007
Die beeindruckenden Vorgänge der vergangenen Tage in Gaza zeigen dem, der es zur Kenntnis nehmen will, was uns Israelis, egal ob Juden oder nicht, blühen wird, falls Israel nur einmal einen Krieg verlieren würde. Denn ein gewonnener Krieg erhält uns bis zum nächsten gewonnenen Krieg am Leben.

Deshalb kommentarlos eine Auswahl von in arabischen Kreisen beliebten Umgangsmethoden mit besiegten Feinden – oder wer als Feind gehalten wird. Gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Ich will betonen, dass es sich in keinem Fall um Schiess- oder andere Unfälle handelt, sondern um kühl geplante und vielleicht in einem Hass- oder Drogenrausch ausgeführte Handlungen. Ebenso gilt die Tatsache, dass die aufgeführten Handlungen nicht nur auf eine der palästinensischen Parteien beschränkt sind.

• Exekution vor der Familie, mit anschliessender Exekution der Familie selbst.
• Wurf aus dem Fenster vom 15. Stockwerk eines Hochhauses.
• Kreuzigung, eine besonders für Christen beliebte Behandlung.
• Enthauptung, möglichst vor laufender Kamera.
• Erstechen mit anschliessendem Bauchaufschlitzen.
• Lynch.
• Zerstückelung des Opfers, dann Überreichen der Teile an die Familie.
• Ermorden der Kinder eines „Feindes“.
• Abschneiden geschminkter Frauenlippen vor der Steinigung.
• Zerschiessen eines Hauses samt Bewohnern.
• Überfall auf Spitäler, Ermordung von Ärzten und Patienten.

Keine der genannten Mordmethoden sind neu, die meisten wurden und werden besonders seit Beginn der zweiten Intifada an Israelis und Arabern ausgeübt, werden aber auch im Irak, Sudan, Afghanistan etc, gerne benutzt. Nur sind sie in den vergangenen Woche verstärkt zwischen den Palästinensern, besonders in Gaza, geübt worden. Sämtliche der oben erwähnten Prozeduren sind in den Medien dokumentiert und leicht zu finden. Die Liste ist nicht vollständig, aber repräsentativ.

Um nicht ganz dem Trübsinn zu verfallen, hier eine Idee zur Abhilfe:
In Amerika gibt es eine Friedensorganisation jüdischer Besserwisser mit dem Namen Brit Tzedek v'Shalom (BTvS), the Jewish Alliance for Justice and Peace, geleitet unter anderem von Diane Balser, die dem Altlinken und Neurealisten Ami Isseroff gewaltig auf den Geist geht. Gerade in den heutigen Tagen innerpalästinensischer Gewalt scheint Frau Balser ebenso gewaltig in Schwung gekommen zu sein. Ami behauptet – und da er 24 Stunden im Tag lesend und schreibend vor dem PC sitzt, wird er wohl wissen von was er redet – dass gerade dieser Tage Frau Balser von einem Dialog Israels mit Hamas spricht. Ami hat nun einen Plan entwickelt, wie Frau Balsers Drang entsprochen werden könnte, unter Mitwirkung von Frau Balser und ihren Damen des BTvS. Ami schlägt vor, dass BTvS einen Friedenspreis von $ 10 Millionen für Herrn Haniye und $ 1 Million für jedes Mitglied seiner Regierung verleihen soll. Haniye und seine Mannen werden in die USA geflogen und an einer speziellen Zeremonie mit dem Preis bedacht. Sie werden zusammen mit den Damen des BTvS auf dem Podium sitzen, die Damen mit wunderbaren Décolletés mit einem goldenen Davidstern am Hals. Sie werden alle „Hatikva“ und „Heveinu Shalom aleichem“ singen und vielleicht kann sich Präsident Bush freimachen und zum persönlich gratulieren kommen, zusammen mit Abe Foxman vom ADL. Haniye wird fotografiert beim Essen von Gefillte Fisch. Über dem Podium werden Banner hängen, beschriftet in englischer Sprache mit „Juden lieben Haniye, Haniye liebt Juden“ und all das wird vom Fernsehsender Al-Jazeera übertragen. Wenn Haniye und seine Regierungsmitglieder zu Hause ankommen, werden sie vor den Augen ihrer Familien exekutiert. Ami scherzt, dass damit das Hamasproblem gelöst wäre. Ohne Humor kommt man beim Betrachten und Erleben der Weltpolitik nicht über die Runden und Ami hat fürs phantasievolle Sinnieren meine volle Unterstützung. Ob’s was hilft, werden wir sehen. Ich denke nicht, aber immerhin ist es gut für die eigene Psyche.