Fragt den Psychologen
Soeben sah ich den Film „Whatreallyhappened“ (was wirklich geschah) von David Horowitz (http://www.terrorismawareness.org/what-really-happened/), in dem er die von der arabischen Welt und ihrer Fans verfälschte Geschichte der Juden und Israel so darstellt wie sie wirklich war und ist. Zwar ist Horowitz nicht mein Favorit unter den Publizisten, er nimmt es nicht immer sehr genau und hat eine zu nationalistische Ader, doch für einmal hat er etwas, mit wenigen unwesentlichen Ausnahmen, Gutes produziert. Die vier kurzen Teile des Films sind es wert angesehen zu werden und ich möchte meine Tagebuchfreunde dazu animieren, in auch weiter zu verteilen. Per e-mail ist das keine Sache.
Anfangs vergangener Woche wurden bei einem Flugzeugangriff in Afghanistan gegen al-Quaeda Terroristen, die sich in einem religiösen Quartier versteckt hatten, sieben Kinder getötet. Ein gewaltiger Aufruhr fand in der islamischen Presse statt, es gab wundervoll organisierte spontane Demonstrationen, denn niemand dürfe das Töten von Frauen und Kindern akzeptieren, das sei gegen den Islam und gegen internationales Recht. Womit sie recht haben. So war es auch geplant, die Islamisten hatten nur auf den richtigen Augenblick gewartet.
Augenzeugen erzählten, die Terroristen hätten die Kinder am Verlassen des Quartiers gehindert. Als die Kinder fliehen wollten, wurden sie geschlagen. Der Brauch, sich hinter Kindern und Frauen zu verstecken, wird vermehrt zum Trend. Vor drei Monaten in Bagdad, hätten amerikanische Soldaten ein Auto durch eine Strassensperre gelassen, nachdem sie zwei Kinder auf dem Rücksitz gesehen hatten. Dann seien die zwei Erwachsenen aus dem Auto geflohen, hätten es in die Luft gesprengt und so die zwei Kinder und noch drei in der Nähe stehende erwachsene Zivilisten getötet.
Das scheint neu bei den Talibans in Afghanistan zu sein, in unserer Region ist das eine Jahrzehnte alte Tradition. Es wird viel von asymmetrischem Krieg gesprochen und damit die armen und schwachen Palästinenser, die von den so schrecklich starken Israelis vereinnahmt werden, gemeint. Doch es ist, so denke ich, gerade umgekehrt. Wir (und auch andere, wie die NATO-Soldaten in Afghanistan und Irak), kämpfen mit Sinn für eine gewisse Moral, die uns Grenzen auferlegt. Die anderen, Hamas, Hisbollah, Taliban oder al-Quaeda kennen solche Einschränkungen nicht. Ihr Ziel ist das Töten von Menschen, egal, ob eigene oder andere. Sie sind in einem Wahn verbunden, der auf einer verzerrten Religion beruht, die sie in einen rasenden Mordwahn versetzt, in dem alles erlaubt ist, besonders der Mord Unschuldiger und Unbeteiligter.
Machen wir uns nichts vor. Die Besetzung der Westbank muss beendet werden. Gaza ist „befreit“, das Resultat für die ganze Welt zu sehen. Ob die Palästinenser fähig sind oder nicht, ein geordnetes Staatswesen zu führen oder auch nur in Angriff zu nehmen, ist an Hand der Erfahrung mit Gaza stark zu bezweifeln. Doch darf das nicht zum Problem Israels werden. Die Besetzung ist ein Stein um den Hals Israels, der den Zionismus behindert und auf die Länge auch die heute blühende Wirtschaft bedrohen wird.
Trotzdem stelle ich fest: die grösste Bedrohung des Friedens ist nicht Israel, sind nicht die Palästinenser, sondern eine Sammlung von Ideen, die sich global breitmacht. Ihre Grundlage ist ein amoralischer Gott, der sogar Mord an Kindern rechtfertigt, um seine Lehre zu verbreiten. Religion ist das schon lange nicht mehr, sondern ein als Spiritualismus getarnter Nihilismus, kalt, ohne Mitgefühl und ohne Mitleid. Er kennt keine Grenzen und könnte bald in der Lage sein über Atomwaffen zu verfügen.
Inzwischen erwacht sogar das palästinensische Volk. Nur 12% behaupten heute, dass die Vorgänge in Gaza die volle Verantwortung Israels seien. Des palästinensischen Umfragengurus Kahlil Shikakis Umfrage ergab, dass die Schuld dafür die inneren Kämpfe und das Fehlen von Recht und Ordnung in Gaza gewesen seien, 56% denken so. Es gibt sogar einige Gazaner, allerdings ohne Prozentangabe, die sich über eine Rückkehr der Israelis nach Gaza glücklich schätzen würden. Das ist schlimm und kein Kompliment, denn es zeigt vor allem einen völligen Mangel von Vertrauen in die eigene politische Landschaft und die eigene Gesellschaft auf.
Als Jude sage ich unzweideutig nein zu anachronistischen Verfälschungen des Judentums, das denkt, die Zeiten Josuas wären zurückgekommen und Gott verlange von den Juden, sich im gesamten Erez Israel, also auch in besetztem palästinensischem Gebiet anzusiedeln. Wir müssen dankbar sein, dass diese Ideologie in Israel nicht dominant ist. Die grosse Mehrheit der Israelis lehnt dies ab und ist nicht bereit, seine Kinder als Märtyrer Gott zu opfern oder die gesamt Welt zu bedrohen.
Wäre ich Muslim, wäre ich beschämt über die nihilistischen islamischen Bewegungen, die den Namen des Islam beschmutzen. Ich würde mich so schnell wie nur möglich davon distanzieren. Doch warum geschieht nichts dergleichen? Wurden alle Muslime als Geisel ihrer Extremisten mundtot gemacht? Es gibt viele gescheite und weniger gescheite (wie ich selbst) Schreiber, die die Antwort zu dieser Frage suchen – gefunden hat sie noch keiner, was zwar nicht alle zuzugeben bereit sind. Schlussendlich wird es eine Aufgabe der Psychologie sein, dem bedrohten Westen zu erklären, was zu tun sei. Sind nicht wir Juden in der Psychologie und Psychiatrie führend?
(Teile obiger Gedanken sind einem englischen Artikel "The Real Danger: Middle East and Beyond von Carlos entnommen)

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