Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Samstag, Mai 05, 2007

Was es zu einem netten Frieden braucht

5.5.2007

Für den sich für Geschichte interessierenden Tagebuchleser gibt es einen deutschen Dokumentarfilm über die Hintergründe des modernen arabischen Antisemitismus(http://www.dailymotion.com/video/xga04_mufti-hitler-1), der sich auch heute als Weiterführung des Antisemitismus und als Erbe der Nazis betrachtet. Der Film ist es wert angesehen zu werden, er zeigt wie wenig es dem Jerusalemer Mufti jener Zeit (Hadj Amin al Husseini) an gutem antisemitischem Willen fehlte. Dass er die Früchte seines Einsatzes für die Sache Adolf Hitlers nicht mehr erleben durfte, wird ihn noch im Grabe ärgern. Hat er doch einen talentierten Nachfolger mit Namen Ahmedinejad in Iran, der sich heute statt ihm bemüht und sich als Adolfs Erbe betrachtet.
Dabei stellt sich die Frage, was die Urheber der gegenwärtigen arabischen Friedensaktion, einer positiven Entwicklung, mit dem schlussendlich von ihnen bisher vertretenen blutrünstigen Antisemitismus zu tun gedenken, denn irgendwie geht in meinen Augen die Rechnung nicht auf. Wie können sie Frieden mit Israel und seinen Juden wollen, wenn sie nicht vorher ihrem in Schulen, den Medien und in der Öffentlichkeit vertretenen Judenhass abschwören und sich als glaubhafte Partner für ein wirklich normales Zusammenleben als Nachbarn, be- und erweisen? Damit will ich keineswegs dem Olmert und seinen Mannen und Frouen, eine weitere Ausrede zum Nichtstun verschaffen. Eigentlich sollte Olmert ja abtreten, nach dem äusserst nachdrücklichen Gingg in den Hintern durch die Winograd Kommission und die riesige Demonstration vor zwei Tagen in Tel Aviv, braucht er nicht einmal mehr eine Ausrede, er könnte einfach gehen. Doch er oder wer immer nach ihm kommt, sollte mein Argument in diese Verhandlungen einbringen, denn der schönste Frieden taugt nichts, wenn die eine Seite die andere aus tiefstem Herzen hasst.