Lügen
Eine der grundsätzlichen Lügen, die von Palästinafans in Umlauf gebracht werden, ist, dass der palästinensische Terror gegen Israel und Juden ausschliesslich Widerstand gegen die Besetzung der Westbank und Gaza sei. Aus Gaza ist Israel abgezogen, in der Westbank ist es noch drin – ich würde auch dort den Abzug begrüssen – aber die Besetzung als Grund für Terrorismus ist nur vorgeschoben. Terror ist eine Reaktion zur Existenz Israels, das, was von einer wachsenden Zahl meist unbeteiligter ausgesprochen wird, kein Existenzrecht habe. Anderen Begründungen sind nicht nur Augenwischerei, sondern ganz einfach erlogen und dienen als Vorwand. Es stimmt, dass Golda Meir vor gut dreissig Jahren das Existieren eines palästinensischen Volkes nicht zur Kenntnis nehmen wollte, aber wir Israelis haben inzwischen gelernt, dass sich die Araber auf dem Boden des alten türkischen und später englischen Palästinas als die heutigen Palästinenser sehen. Damit wollen wir uns abfinden und diese Identität akzeptieren. Denn alles ändert sich, anscheinend sogar arabische Identität. Die grosse Mehrheit der Israelis begrüssen einen palästinensischen Nachbarstaat, sobald palästinensische Führer wirklich in Frieden neben uns leben wollen, aber solange wir daran zweifeln müssen, wird sich nichts am Status Quo ändern. Was die Welt bisher aus mangelnder Empathie oder aus ideologischen Gründen nicht zur Kenntnis nimmt, ist die Tatsache, dass es für Israel vor allem um eine existenzielle Frage geht – es ist Israel, dem Chancen zugemutet werden, für die nur es selbst und seine Bürger das Risiko zu tragen hätten. Chancen müssen genutzt und Möglichkeiten erkannt werden, doch das Risiko muss von Israel eingeschätzt werden, welches allein die Folgen zu tragen hat. Dass es daneben auch extrem nationalistische Juden gibt, die für das Vereinnahmen der besetzten Gebiete der Westbank und früher auch Gaza, auf die Barrikaden steigen und unangenehm auffallen, gebe ich zu, doch lässt sich dieser israelische Nationalismus mit dem öffentlichen palästinensischen Durst auf jüdisches Blut und seiner von oben gelenkten Erziehung zum Judenhass nicht vergleichen. Immer wieder muss betont werden, dass ohne die drei Neins aus Khartum (Teil 7) nach dem Sechstagekrieg in 1967 die Situation der Besetzung schon vor Jahrzehnten ein Ende gefunden hätte. Doch für jedes Abkommen braucht es einen Partner, denn es gemäss dieser drei Neins von Khartum erklärtermassen damals nicht gab.
Eine relativ neue historische Lüge ist die Behauptung, Juden hätten keinerlei historische Verbindung zu Palästina oder wie es in der jüdischen Tradition genannt wird „Erez Israel“ (das biblische Land Israel). Das Ziel ist die Delegitimierung des Staates Israel durch das Leugnen der Geschichte des jüdischen Volkes. Auch diese Lüge fliegt jeder historischen Tatsache ins Gesicht. Ohne die Bibel herbei ziehen zu wollen (denn da würde „Glaube“ Wissen und Fakten ersetzen), hat die seit etwa 900 vor unserer Zeitrechnung archäologisch dokumentierte historische Tatsachen produziert, welche die jüdische Geschichte in Palästina (ich schreibe bewusst nicht Israel, da die Grenzen Erez Israels mit dem heutigen Staat nie identisch waren, mal waren sie weiter, mal enger gezogen, mal gab es zwei Königreiche) wissenschaftlich nachweisen. Zu dieser historischen Lüge gehören auch amüsante Behauptungen wie Araber seien vor den Juden im Lande gewesen oder gar der Islam sei weit älter als das Judentum. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, das ist schön, aber im vorliegenden Fall sind diese einfältigen aber bösartigen Lügen für das gesamte Judentum und auch das Christentum gefährlich, denn es wird versucht ihnen den geschichtlichen Boden unter den Füssen wegzuziehen. Neben geschichtlichen Fakten, ist die enge Verwandtschaft der arabischen und hebräischen Sprache ein weiterer Beweis für die mittelöstliche semitische Herkunft des jüdischen Volkes, wie auch die Tatsache, dass auch nach der Zerstörung des Zweiten Tempels und der Vertreibung der Juden durch die Römer, das Land trotzdem weiter bis heute durch Juden bewohnt war. Arabischer Judenhass macht vor nichts halt, doch es sind heute verschiedene Stellungsnahmen zu finden, in denen Muslime sich davon distanzieren. Das Ganze ist dem Leugnen des Holocaust verwandt und wurde, so könnte man annehmen, davon inspiriert. Das war und ist nicht immer so. Auch weil im Koran steht
”Und wir sprachen nach seiner Vernichtung zu den Kindern Israel: Bewohnet das Land, und wenn die Verheißung des Jenseits eintrifft, dann werden wir euch herzubringen in bunten Haufen.” Sure 17, 104 (Reclam)
ist der prominente Scheich Imam Prof. Hadi Palazzi ein überzeugter Zionist. Nun kann man im Koran wie in der Bibel alles finden, das man finden will, auch das Gegenteil der oben genannten Sure. Trotzdem, König Faisal I, der erste König von Irak (1921-1933) und Freund von Chaim Weizman, sagte:
„Warum sollen wir den Juden umarmen? Weil wir, als Muslime, für Gerechtigkeit stehen. Wir sind grundsätzlich gegen Kollektivschuld. Juden sind nicht unsere Feinde. Dazu kommt, als ein Volk das überall in der Welt angegriffen wird, Muslime besonders empfindlich sein müssen, nicht in die Falle der Ignoranz und Bigotterie zu fallen.“ Dieser Ausspruch ist nun in die Jahre gekommen. Er könnte übrigens sinngemäss auch für einige Christen auch heute gültig sein. Und für einige Juden auch.
Noch eine schöne Lüge: das Massaker von Jenin in 2002. Bis heute hält sich die Lüge über die über fünftausend toten Palästinenser, die Israels Armee damals in einer Abwehrmassnahme gegen Terroristen verursacht haben soll. Bewiesen ist, dass es dabei 53 Tote gegeben hat, die Hälfte davon israelische Soldaten, fast der gesamte Rest Terroristen. Doch bis heute pilgern Gruppen nach Jenin um ihr Mitgefühl mit dieser Stadt zu bekunden und um die fiktiven Fünftausend Opfer zu trauern. Sie lassen sich ihre ideologischen Fixierungen nicht durch Wahrheit oder gar Tatsachen zerstören.

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home