Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Mittwoch, Januar 03, 2007

Tefillim und Jihadismus

23.12.2006 – Die Qualität der Tefillim und der Krieg einzelner Muslims gegen den Jihadismus
Im Sommer 2005, kurz vor dem israelischen Abzug aus Gaza, erschoss ein gottesgläubiger Siedler in der Westbank vier palästinensische Arbeiter. Der Siedler hiess Ascher Weisgan und lebte in der Westbanksiedlung Shilo. Er wurde zu viermal lebenslänglicher Haft verurteilt. Gestern beging er im Zuchthaus Selbstmord, in dem er sich an seinen qualitativ offensichtlich hervorragenden Tefillim aufhängte. Ich werde mich beherrschen und keinen zynischen Kommentar über diese originelle Art Selbstmord zu begehen, abgeben. Auf jeden Fall sind nun die Gefängnisleitung, die Polizei, die Richter und alle, die mit dem Fall Weisgan irgend eine noch so entfernte Verbindung hatten, von den Siedlerorganisationen angeklagt, für den Tod dieses „jüdischen Helden“ verantwortlich zu sein, denn, und das stimmt vielleicht zur Hälfte, er sei halt durch seinen Daueraufenthalt im Zuchthaus psychisch leicht gestört worden. Aber ein Massenmörder war er doch und über seine Opfer wird kein Wort verloren.
Ich füge dieser Tagebuchseite ein Attachment bei. Es ist eine Ansprache in sieben Teilen, von Brigitte Gabriel, einer christlichen Libanesin, die heute in Amerika lebt und zur Aktivistin gegen islamischen Terror geworden ist. In meinem Tagebucheintrag vom 11.12.2006 habe ich sie schon empfohlen und in diesem Referat bringt sie unter anderem Teile ihres Buches „Because they hate“. Wer amerikanisches Englisch mit arabischem Akzent versteht, sollte sich alle Teile, die ich hier sende, schön der Reihe nach anhören. Der zeitliche Aufwand ist eine runde Stunde on-line am Computer.Eines der angeschnittenen Themen, ist die Frage, wo denn die nicht hassenden friedlichen Moslems sind, die viel erwähnt werden, von denen man aber rein gar nicht hört oder sieht, die es nicht einmal in den westlichen demokratischen Länder, in den sie Unterschlupf gefunden haben und zum Teil zu Millionen leben, fertig bringen, für einen friedlichen Islam zu demonstrieren. Dass sie sogar im Westen damit ihr Leben riskieren würden, könnte sein – aber sie tragen durch ihr beiseite stehen bei, dass die freie Welt heute ungerechterweise den gesamten Islam als barbarisch und als Gefahr für die freie Welt empfindet. Die wenigen aufgeklärten Moslems, die das als mutige Einzelpersonen tun, wie Fouad Ajami, Bassam Tibi, beide, im Gegensatz zu den Damen Irshad Manji, Wafa Sultan und Brigitte Gabriel, keine Aktivisten, sind rein mengenmässig ein ungenügendes Gegengewicht zum jihadistischen Barbarismus und seinen hirngewaschenen Apologeten der westlichen linken und extrem rechten Szene