Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Mittwoch, Januar 03, 2007

Schweizer Rassismus

20.12.2006 – Rassismus
Aus reinem Zufall (ich suchte Information über Nelly Wenger) stiess ich auf die Webseite von Klaus J. Stöhlker, der „genealogisch“ deutschen PR-Grösse in Zürich, der vor allem für sich selbst, und das mit Erfolg, PR betreibt. Den Stil dieser Zeilen habe ich untenstehendem Brief eines RA Dr. Felix M. Rüttimann entnommen, der in einem zutiefst antisemitischen Brief meinen Blutdruck in die Höhe schnellen liess. Dass sämtliche Fakten auch noch falsch sind, bestätigt den Eindruck seiner Zeilen, die einen pathologischen Hasser, Misanthropen und dummen un- und eingebildeten Menschen präsentieren, dem eigentlich seine Zulassung als Rechtsanwalt entzogen sollte. Der Brief stammt vom 1. Juli 2006. Was er schreibt, ist ein Textbuchbeispiel des heutigen Antisemitismus, der es ohne Furcht und Scham wagt, den Stil der Nazizeit aufzuwärmen. Der Neid auf Erfolge jüdischer Frauen (von den Männer spricht er nicht, aber warum sollte Rüttimann anders über uns jüdische Männer denken?) ist penetrant. Er wohnt an der Hofstrasse 66/2, Zürich (gem. telsearch.ch), nur ein paar hundert Meter von meiner Tochter entfernt. Schade, dass ich während meinem Aufenthalt in Zürich von diesem Brief keine Kenntnis hatte. Ich hätte Rüttimann soooo gerne heimgesucht und meinen Stolz darüber ausgedrückt, dass wir Juden die Welt kontrollieren – dass wir soooo gut sind, wusste ich nicht, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Rockefeller, der Inbegriff eines WASP, ebenfalls mein „Stammesbruder“ ist. Wie alle Rassisten und Hasser, ist der Antisemit Rüttimann mit der Wahrheit auf Kriegsfuss. Hier bitte schön, seine Schmiererei, zu der Stöhlker, der, so ist mein Eindruck nach Lektüre seiner eigenen Veröffentlichungen in seinem Site, mit uns Juden ein ebenfalls leicht gestörtes Verhältnis zu haben scheint.

RA Dr. Felix M. Rüttimann, Zürich am 1. Juli 2006
Guten Tag,dass Sie, Herr Dr. Stöhlker und Frau Nelly Wenger wie zwei Welten aufeinanderprallen, ist - ethnisch bedingt - klar und logisch: Als meinerseits selbst Halbdeutscher und gewillt - ohne Angst vor dem unsäglichen StGB-Rassismusartikel - ins Thema Ethnien und Religionen einzugreifen, lässt sich lapidar feststellen, dass die jüdischstämmige Frau Wenger wie bspw. die gleicher Genealogie entstammende Ruth Dreifuss (p.m.: Bundesrätin, KVG-Schlammassel) oder Ursula Koch (p.m: ZH-Stadträtin und Bauverhinderin, dann noch kurze Fehlbesetzung als SP-Präsidentin Schweiz), u.v.a., es - unerklärlicherweise - immer wieder schaffen, Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft zu erklimmen, bis dann häufig unzählige Schadenfälle und sonstige Unverträglichkeiten dem Disaster ein Ende bereiten. Der Grund dafür ist und bleibt wohl das Moses-Rätsel: Es gibt ca. 30′000 jüdische Frauen in der Schweiz. Wenn proportional gleichviele nicht-jüdische CH-Damen (ca. 3,5 Mio.) es in der Schweiz gleichermassen “nach oben” bringen würden/wollten, hätten wir ja schon rein arithmetisch ein unlösbares Problem. Fakt ist, dass die vorgenannte Ethnie (es gibt gerademal ca. 18 Mio. auf der Welt bei notabene 7 Milliarden Gesamtbevölkerung) nicht nur bspw. jährlich praktisch alle Oscars, Nobel- und Pulitzerpreise (nominal übrigens selbst geschaffene Preise) abräumt, sonder es auch schafft, die USA (via AIPAC, etc., und insb. durch die vom Stammesbruder Rockefeller finanziell gepushte Demokratenpartei mit den zwei Clinton-Strohpuppen) und damit de facto die Welt zu kontrollieren, sondern auch in der Schweiz (und ganz Europa, siehe FR: Sarkozy lässt als erster möglicher jüdischer Staatschef in der EU schon grüssen!) enorme Macht ausübt (Banken, Medien, Rohstoffhandel sind weitläufig in ihrer Hand; vgl. zu letztem den in den USA verurteilten Verbrecher Marc Rich in Zug und seine Kumpanen) und hintendurch eben auch in völliger Missproportion weite Teile der Politik bis hinauf in den Bundesrat kontrolliert (p.m.: schon die erste BRin E. Kopp war ja eine geborene Iklé (-)). Wüssten die gehäbigen Schweizer doch nur mehr darüber. Herr Dr. Stöhlker lassen Sie weiter Ihre Kanäle walten und spielen, und halten Sie in dieser Sache weiterhin nie die die Hand vor den Mund! Ich mache in meinem kleineren, nicht-medialen Rahmen täglich, was ich kann.
Gratulation und herzliche Grüsse!


Eine Stellungnahme Stöhlkers habe ich nirgends gefunden. Bis eine solche erfolgt, denke ich, sollten seine Selbstdarstellungen und seine Besserwissereien in den Medien etwas eingeschränkt werden. Ich habe ihm entsprechend geschrieben.

Noch ein Skandal, ähnlich, aber anders rum: Rabbiner der vorwiegend von ultraorthodoxen Juden bewohnten Stadt Bnei Brak veröffentlichten einen Aufruf an ihre Bevölkerung keine Wohnungen oder Häuser an Araber zu vermieten. Es wurden entprechende Plakate in den Strassen aufgehängt.

Die Rebbes haben vordergründig Angst um die jüdischen Töchter des Quartiers, dahinter steht jedoch der Unwillen der Haredim, sich mit der Umwelt, in der sie, entgegen ihrer eigenen Meinung, keine Insel sind, zu messen. Es geht vor allem darum, das Ghettodasein für ewige Zeiten zu erhalten. Es geht vor allem um ein bestimmtes Quartier von Bnei Brak, Pardess Katz. Die religiöse Führung der Stadt, darunter der Oberrabbiner, die damit auf eine Unruhe unter ihren Schäfchen in Pardess Katz reagierten. Der Schlüsselsatz im Aufruf lautet: „Wir wollen keine Leute feindlicher Herkunft bei uns, die nicht zu unserem Volk gehören und nur Sünde und Assimilation in unser Quartier bringen! Wir wollen sie alle verjagen, sodass keine Araber mehr unter uns sein werden.“

Inzwischen wurde der israelische Generalstaatsanwalt Meni Mazuz aufgerufen, diesen rassistischen Aufruf und das Verhalten des örtlichen Rabbinats und den Einwohnern Pardess Katzs zu untersuchen und festzustellen, ob ein Strafverfahren eingeleitet werden soll. Die ADL verurteilt diese Bigotterie ebenfalls in starken Worten, nennt es eine Schande für das jüdische Volk und ruft in Erinnerung, wie Juden reagieren würden, wenn solcher Rassismus gegen sie gerichtet wäre – er würde unter keinen Umständen toleriert.“

PS: Innert wenigen Stunden nach dem Verschicken dieses Tagebucheintrags war der Brief des Antisemiten Rüttimann aus Stöhlkers Website verschwunden. Er schickte folgenden "Entschuldigungsbrief":

Danke für Ihre Antwort auf den Blog "Nelly Wenger....". Wir haben den kompletten Blogeintrag entfernt, da wir natürlich nichts mit Antisemiten zu tun haben wollen.
Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, darauf aufmerksam zu machen, dass im Blog nicht unsere, sondern die persönliche Meinung des Antwortenden eingetragen wird. Inzwischen haben uns einzelne Mitglieder der jüdischen Gemeinde schon fast mit Antisemiten
verglichen, weil die persönliche Meinung dieses Herrn bei uns geposted wurde. Das stört mich, aber darüber spricht keiner. Wir sind alles nur Menschen, egal welcher Religion wir angehören. Teile meines engsten Freundeskreises sind Juden und mit denen habe ich diese Diskussion über all die Jahre nie führen müssen.
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und
en guete Rutsch is Neue Jahr.
Herzliche Grüsse
Fidel Stöhlker
Geschäftsführender Partner