Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Samstag, Oktober 14, 2006

Besetzung non-stopp

8.10.2006 – Besetzung non-stopp

Eine hochinteressante Kreation ist die hier aus dem Internet herunterzuladende „Imperiale Karte des Mittleren Ostens“, in der in neunzig Sekunden die vergangenen 5000 Jahre vorbeijagen. Man kann, und ich empfehle das mit Nachdruck, den Lauf unterbrechen und Einzelheiten genauer anschauen. Man kann ebenfalls die diskret eingesetzten modernen Landesgrenzen ausblenden und verändert damit den Gesamteindruck nachhaltig. Angefangen von den alten Ägyptern bis heute sieht man, die wechselnden „Besetzer“ der Region, manchmal von England und Spanien bis zum Persischen Golf reichend. Man kann sich über Einzelheiten streiten, aber um einen Punkt kommt man nicht herum: das Land der Juden war in all den Jahrtausenden gerade mal runde 200 Jahre ohne fremde Herrschaft (ca. 920 – 720 v.Chr.. Das sind 4% Prozent dieser 5000 Jahre - wenn man unseren heutigen Staat Israel dazu zählt, kommen wir auf etwa 5%. In der Bibel dargestellte Vorgänge über die Könige Saul, David und Salomon sind archäologisch nicht belegt und werden deshalb ausgelassen, archäologisch belegte Geschichte des Heiligen Landes fängt ungefähr bei König Omri an - in der Wikipedia ist darüber interessantes zu lesen (allfällige Fehler darin sind nicht von mir). Etwas Bescheidenheit über unsere eigene Geschichte ist angebracht. Diese Fakten waren mir bekannt, doch so schön und unverkrampft dargestellt habe ich sie nie gesehen. Den heutigen Anspruch auf das Land vermindert das nicht, die Juden waren ja da und machten Geschichte, andere auch, aber alle eben vorwiegend unter fremder Herrschaft.