Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Montag, August 14, 2006

Lügen oder Missverständniss?

3.8.2006 – Lügen oder Missverständnisse?

Nach den Erfahrungen mit der skandalösen Lügenaktion über den fiktiven Massenmord in Jenin in 2002, sollten auch die Vorwürfe über die Bombardierung Beiruts in richtiges Licht gestellt werden. Kleine genau ausgewählte Teile dieser Stadt, in denen Hisb’allah ihre militärischen, logistischen und Befehlsinfrastrukturen hatten, wurden zerstört.
Auf der als Attachment aufgeführten Stadtkarte Beiruts, ist genau zu sehen, wo diese Anlagen sind (oder waren). Sie sind genau beschrieben und bilden kaum ein Prozent der gesamten Stadtfläche. Mit geeigneter Filmtechnik bringt es Kameramann ohne weiteres zustande die Schäden so aussehen zu lassen, als wäre die Stadt Beirut ein Totalschaden. Genau wie im Fall Jenin vor vier Jahren, versucht man die Welt zu überzeugen, eine ganze Stadt sei zerstört worden. Mehr möchte ich auf das Thema nicht eingehen, denn es erklärt sich von selbst. Die Beiruter Stadtkarte mit den Erklärungen stammt von Charles Moore, ehemaligem Chefredaktor des London Daily Telegraph.

Heute war Tag der Rekorde – es wurde die höchste Zahl in Israel einschlagender Raketen gezählt. Eine davon fiel im Ausland, nämlich bei Jenin – man stelle sich vor, was geschehen wäre, wenn die Terroristenrakete die Terroristenstadt getroffen hätte.

In einem kürzlich stattgefundenen Interview wurde General Norman Schwartzkopf, Kommandant des ersten Golfkrieges (frustriert, weil ihn seine politischen Chefs den Krieg nicht gründlich abschliessen liessen) gefragt, ob er denke, dass den Hisb’allahis vergeben werden könnte. Er sagte, das sei allein die Entscheidung Gottes und es sei die Aufgabe der Israelis, dies zu arrangieren.

Im Editorial des „Toronto Daily Star“ vom 1. August 2006 wurde eine sehr exakte Beschreibung der Kriegssituation gegeben, unter dem Titel „Ein Waffenstillstand würde Gewalt nicht abschrecken“. Dieser kurze und präzise Artikel ist es Wert wiedergeben zu werden. Die Übersetzung ist, wie immer, von mir.

Im Gegensatz zu den traurigerweise vorauszusehenden Ansichten gewisser Beschwichtiger des islamistischen Terrors, ist es überhaupt nicht schwierig zu sehen, was Ministerpräsident Olmert hofft im Libanon zu erreichen. Das israelische Ziel ist ganz einfach und wurde offen von Israel dargelegt – die Kapazität der Hisb’allah Raketen in zivile Bevölkerungszentren in Israel zu schiessen. Das israelische Ziel ist ganz einfach und wurde offen von Israel dargelegt – die Kapazität der Hisb’allah Raketen in zivile Bevölkerungszentren in Israel zu schiessen zu zerstören.
Zivile Opfer in Libanon werden von Israel nicht gewünscht und sind auch nicht in seinem Interesse. Sie sind jedoch ein unvermeidliches Resultat von was Jan Egeland von der UNO selbst „Hisb’allahs feiges Vermischen“ genannt wurde, d.h. das Benützen unschuldiger Zivilisten als menschliche Schilder für seine Raketenabschussrampen. Es ist sehr leicht eine Seite zu kritisieren ohne eine konstruktive und praktische Alternative bieten zu können. [Was genau dem entspricht, das ich schon verschiedentlich angeprangert habe. Uri]. Ebenso ist es leicht mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und das alte abgedroschene Argument über die wirklichen Probleme vorzubringen, während die klaren gegenwärtigen Gefahren ignoriert werden. Wenn jemand eine besser Art die momentane existenzielle Gefahr für Israel durch Hisb’allah zu beseitigen anzubieten hat, soll er sich melden, denn wir alle würden sie sehr gerne hören. Bis dann aber, würde der Ruf nach einem sofortigen Waffenstillstand durch Israel ohne auch die Hisb’allah zu entwaffnen die gegenwärtige Bedrohung für Israels zivile Bevölkerung unverändert bestehen lassen und muss deshalb für jeden fair denkenden Menschen unannehmbar sein.

Im Fernsehen „Manara“ der Hisb’allah sind für uns befremdende Filme zu sehen, in denen die Beschiessung der israelischen Zivilbevölkerung als „Ehrenrettung“ des eigenen Volkes bezeichnet und gefeiert wird. Davon kann ich hier zwei kurze Filme anbieten, die diese „Kultur“ beschreiben oder wenigsten das, was von diesen Filmemachern dafür gehalten wird. Darin wird gefeiert, geschossen und martialische Musik gesungen. Die Filme habe ich im Palestinian Media Watch Bulletin vom 2. August 2006 gefunden.