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Lobbing rockets blindly into civilian areas is without doubt a war crime. Nothing can justify this assault on the most fundamental standards for sparing civilians the hazards of war.
Kenneth Roth, executive director of Human Rights Watch/5.8.2006
Mit diesen Worten ist Human Rights Watch zweifellos ganz auf israelischer Linie. Vielleicht nicht ganz beabsichtigt, aber die Wahrheit obiger Feststellung ist so eindeutig, dass es nichts mehr zu diskutieren gibt.
Wenn wir die bisherigen Vorgänge im Libanon und im Norden Israels genau anschauen, sehen wir die israelische Flugwaffe Häuser, Dörfer, Stadtteile, Verbindungsstrassen und andere Ziele angreifen, in denen der Feind – die Hisb’allah – ihre Befehlszentren, ihre Raketen, ihren Nachschub und andere völlig legitime Ziele hat. Dass sie diese Zentren prinzipiell durch die Geiselnahme von unschuldigen Zivilisten zu sichern versuchen, entspricht terroristischer Tradition und macht nicht Israel, sondern die Hisb’allah des Mordes an Zivilisten schuldig. Auf der anderen Seite schiessen die Hisb’allah ihre Raketen in die allgemeine Richtung Israel, denn zielen können sie nicht. Daran sind sie auch nicht interessiert, denn ihr Ziel ist ganz einfach: so viele tote Israelis, wie nur möglich. Damit treffen sie Soldaten nur aus Zufall, wie gestern im Kibbuz Kfar Giladi, wo zwölf Reservisten getötet wurden, die dort eine Pause einlegten, bevor sie an die Front weiterfahren wollten. Das ist untypisch – typisch sind die Katjuschas die in Haifa, Naharia und in Kiriat Schmona einschlagen, auf rein zivile Ziele, ob jüdisch oder arabisch, ob Spital, Kindergarten oder Altersheim. Alles ist erwünscht. Ich hoffe mich klar genug ausgedrückt zu haben. Hisb’allahs Freude am Töten ist absolut. Damit bestätigen sie nur jihadistische Tradition, sunnitisch oder schiitisch, Al-Kaida, Hamas und was noch.
Eine christliche Libanesin namens Brigitte Gabriel spricht in einem CNN Interview aus ihrem Herz. Es lohnt sich ihren fünf Minuten zuzuhören. Sie spricht in Englisch. Brigitte Gabriel ist soeben mit einem Buch herausgekommen (es wird Mitte September ausgeliefert) das den Titel „Because they hate“ (Weil sie hassen) trägt und zum Thema islamistischer Unterwanderung der westlichen Welt und ihrer Zivilisation einiges zu sagen verspricht. Das Buch trägt den Untertitel „Eine Überlebende islamischen (islamic!) Terrors warnt Amerika“.
Dvorith und ihre Kinder sind bei uns. Jeshoshuas Kinder sind zum Teil zu Hause in Koranit oder bei den anderen Grosseltern in Ramat Gan oder beim Onkel in Sde Boker. Salit, die zur Zeit ohne Arbeit ist – wer braucht schon einen Caterer in dieser Zeit der Raketen, erzählt uns über ein Gespräch mit zwei ihrer arabischen Angestellten, beide aus Sachnin, der arabischen Fussballstadt. Die eine nannte jüdische Israelis Terroristen und plapperte unreflektiert die arabische Propaganda nach, die vor allem vom Fernsehsender „Al Jazira“ verbreitet wird. Salit sagte, diese Mitarbeiterin wurde von Samira, Salits Nummer Zwei und Küchenchefin in Arabisch zurechtgewiesen und über die Tatsachen aufgeklärt – wenigsten nimmt Salit das an.
Heute mit Hani und Badi Hasisi in Majunkas Kaffeehaus hörte ich zu, wie die beiden über die Regierung herfielen und sie beschuldigten, den Krieg nicht resolut genug zu führen. Beide sind besorgt ums Vaterland, eine Sorge, die ich beginne mit ihnen zu teilen. Badi, der vor einem Jahr seinen Doktor erhielt, übersiedelt in einem Monat für ein Jahr in die USA für sein Post-Dok. Er ist einer der wenigen Drusen, die ich kenne, der nicht eine begeisterte „Kampfsau“ (um einen Schweizer Armeeausdruck zu benutzen) ist, sondern der Armee als Historiker dient. Er ist zwar begeisterter Zionist, drusischer Zionist von der ganz patriotischen Sorte und ich hätte gerne gewusst wie er mit seinen arabischen Studenten an der Universität Haifa zurande kommt. In Israel sind Studenten im allgemeinen nicht politisch tätig, weil, wenn sie ihr Studium beginnen, schon „alt“ sind und den dreijährigen Armeedienst gerade erst abgeschlossen haben. Da haben wenige noch Interesse mit Politik ihre Zeit zu vertrödeln. Bei arabischen Studenten, die gerade an der Universität Haifa rund vierzig Prozent aller Studenten repräsentieren, ist das anders. Sie gehen nicht zur Armee und sind so in der Lage, ihr Studium gerade in dem Alter mit einem B.A. oder manchmal sogar mehr abzuschliessen, wenn jüdische und drusische Studenten ihr erstes Semester beginnen. Da bleibt mehr Zeit für Politik und Agitation. In der freien Gesellschaft Israels nutzen arabische Bürger dieses Recht oft ad extremis. Das ärgert manchmal, ist aber, kühl betrachtet, DAS rieisige Plus der israelischen Gesellschaft, mit der diese sich vom gesamten Rest der arabischen und islamischen Welt mehr als nur angenehm abhebt. Etwas, das immer wieder in Erinnerung gebracht werden muss, denn es ist in meinen Augen der endgültige Beweis israelischer Demokratie und wir werden deswegen von vielen gebildeten Arabern schlicht beneidet. Neid ist ein wesentlicher Teil des Konfliktes zwischen Israel und der arabischen Welt.
Heute heulten in Zichron Ya’akov keine Sirenen. Dafür erhielten wir von Eli, unserem Bürgermeister, einen Telefonanruf. Er teilte mit, dass eine der Sirenen nicht heule, sondern kaputt sei und der Luftschutzdienst der Armee aus Gründen die ich nicht verstand, nicht in der Lage sei, sie wieder zum heulen zu bringen. Deshalb, sagte Eli Aboutboul, solle man im Zweifelsfall die dafür angegebene Telefonnummer anrufen.

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