Freunde
Im Zusammenhang mit einer Korrespondenz mit jemand anderem (!) habe ich von Hanna Zweig folgende Geschichte erhalten:
Anfangs 1943 hat Joe Schwartz, Europa Direktor des Joint bei einem Besuch bei Rothmund, der SNB, des IKRK und noch ein paar andern Grössen in der Schweiz auf die Anspielung über das "Internationale Judentum" einmal gesagt, ja das existiere, allerdings nur bezüglich der karitativen Seite, da ausser den Juden niemand den Juden helfe. DAS sollten wir uns hinter die Ohren schreiben, auch bezüglich unserer eigenen Existenz.
Grundsätzlich stimmt das noch immer, auch wenn ich selbst dankbar feststellen darf, dass es heute zahlreiche nichtjüdische Freunde gibt, die uns vorbehaltlos und aus vollem Herzen unterstützen. Sie haben verstanden, dass es schon lange nicht mehr um Land, sondern um Sein oder Nichtsein geht. Das sind meine persönlichen Erfahrungen durch mein Tagebuch und dem durch dieses ausgelösten Dialog. Gerade in den letzten Wochen hat das Tagebuch aus nichtjüdischen politisch bewussten, aus christlichen Kreisen und ebenso von wenigen, aber denkenden Medienvertretern Reaktionen ausgelöst hat, die mich rührten und mir viel Kraft geben. Es sind die selben Kreise, die in der Schweiz die Aufgaben der in unüberbietbarer Feigheit verharrenden offiziellen Vertreter des dortigen Judentums übernommen haben. Nochmals, Freunde, herzlichen Dank.
Der Plan des israelischen Abzugs aus der Westbank ist weg vom Tisch. Olmert hat sich durch die Vorgänge der letzten Monate in Gaza und vor allem im Libanon überzeugen lassen, dass dies Israel nicht nur nichts bringen, sondern es gefährden würde. Er hat begonnen, die arabische Welt durch nicht-europäische Augen zu sehen und versucht, in orientalisch-arabischer Denkart unsere Gegner zu analysieren. Kurz, er scheint lernfähig zu sein. Das gilt auch für einfache Leute wie mich selbst, die bis vor nicht allzu langer Zeit sehr friedensbewegt dachten und agierten, in der Meinung, dass Rückgabe palästinensischen Landes zu einer friedlichen Regelung führen würde. Doch erst jetzt haben wir begriffen, dass das jahrzehntelange Mantra „Land für Frieden“ zur Totgeburt mutiert ist und im besten Fall für lange Zeit auf Eis gelegt werden muss. Es geht heute um weit mehr. Es geht nicht mehr um „Rechte“, weder der Araber noch der Juden, es geht nicht um Materielles, sondern um Grundsätzliches, um unsäglichen Hass gegen uns Juden, um Neid des Nichtskönners gegenüber dem Erfolgreichen, es geht um die Rückkehr in tiefes Mittelalter gegen die Moderne, es geht um religiösen Wahn (auch aus unseren eigenen Reihen bekannt), es geht um Tyrannei gegen das Prinzip der freien Gesellschaft. Das alles ist keine Spezialität des Israel-Palästina Konflikts, sonders gilt genau so im Irakkrieg, in Afghanistan und überall dort, wo Islam zu gewalttätigen Vorgängen führt und geführt hat, also auch in Europa und in Amerika.

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