Leben in Israel - Uris Tagebuch

Uri Russak schreibt Persönliches. Er schreibt über Politik, angewandten Zionismus und über seine Freunde - Juden, Araber, Drusen, Christen in Israel und ausserhalb. Er selbst sieht sich als Realist, kann Exremisten jeder Art nicht ausstehen. In Israel wird er oft Linksextremist genannt, im Ausland, besonders in der Schweiz, wo er geboren wurde, wird er als Rechter beschimpft. Das gefällt ihm.

Name:
Standort: Zichron Ya'akov, Israel

Das Leben in Israel ist nie langweilig. Von vielen gehasst und von vielen respektiert ist unser Land das erfolgreichste Projekt seit dem zweiten Weltkrieg, was natürlich nicht von allen gern gehört wird aber dennoch stimmt. Ich lebe und atme dieses Land, kritisiere viel und bin täglich wieder beeindruckt über die Energie und die Kreativität der Israelis und ihrer ans Anarchische grenzende Demokratie. Ich bin Aktivist für Koexistenz mit den arabischen Mitbürgern, gelte hier als politisch Linker, während ich in der Schweiz, wo mein Zielpublikum mehrheitlich lebt, bei einigen als Rechtsextremist verschrien bin, womit ich ganz gut leben kann.

Sonntag, August 20, 2006

Ein Gutmensch ist tot

20.8.2006 – Ein Gutmensch ist tot

Soeben wurde von berufener Stelle eine Korrektur der jenseitigen Freuden eines Shahid (Märtyrer) durchgegeben, die den Zulauf zu dieser Karriere beeinträchtigen könnte. Die neue Regelung sagt, dass ein muslimischer Shahid nicht mehr wie bisher im Paradies von 72 Jungfrauen verwöhnt werden wird, sondern nur von einer Jungfrau von 72 Jahren. Das ist, so stelle ich es mir vor, weniger ermüdend und der glückliche Shahid bleibt länger jung.

In Jerusalem wurde ein junger Italiener erstochen. Ein lieber Mensch, 26 Jahre alt, ein Student, der kam um den lieben Palästinensern zu helfen, sich im Kampf gegen die bösen Israelis durchzusetzen. Angelo war Mitglied der „Refondazione Comunista“, einer Bewegung, die den irakischen Widerstand, andere nennen das Terror, unterstützt und anscheinend von diesen hierher gesandt worden ist. Er gab sich pazifistisch und unterstützte Drittweltländer, wozu er, wie es scheint, die Unterstützung irakischer Selbstmordterroristen benötigte.

Angelo Frammartino wurde in den Rücken gestochen, als er am 10. August mit vier Freunden in der Nähe der Jerusalemer Altstadt spazieren ging. Sein Mörder, der kurz darauf gefasst wurde, ist Mitglied des Islamischen Jihad, einer besonders blutrünstigen Bande von Juden- und Christenmördern. Er hat den Mord gestanden.

Man sollte denken, dass dieser Mord, bei den „pazifistischen“ Gutmenschen von der Sorte Frammartinos einige Zweifel an den Zusammenhängen zwischen „Widerstand“ und „Humanitarismus“ auslösen sollte – aber weit gefehlt. Der Mord wird von seinen Genossen noch immer als von unbekannten Tätern begangen, bezeichnet. Von einem palästinensischen Täter wird nichts schlechtes gedacht oder berichtet, hätte der Mörder versehentlich einen anderen als den Angelo erwischt, wie eigentlich vorgesehen einen Juden, wäre er als Held bejubelt worden, jetzt wird er fast totgeschwiegen.

Wer war Angelo Frammartino eigentlich? Er war ein kleines Rädchen einer Partei, die Terror und Mord unterstützt. In einem italienischen Lokalblatt schrieb er:

„Wir müssen erkennen, dass eine Situation ohne Gewalt in vielen Teilen der Welt ein Luxus ist, aber wir werden legitime Selbstverteidigungsaktionen nicht verhindern oder verurteilen. Nicht im Traum würde ich den Widerstand, das Blut der Vietnamesen, das Blut der Nationen unter kolonialistischer Besetzung oder das Blut palästinensischer Jugend der ersten Intifada verurteilen.“

Er wollte ein Sommerlager für palästinensische Kinder durchführen. Man wundert sich, was sie dort zu lernen bekämen. Vielleicht wollte er wirklich Gutes tun. Im Tode wurde er zu einem Franz von Asisi. Der Mann der Mord unterstützte wurde von einem Nachbarn so beschrieben: „Er war ein Golden Boy. Er politisierte aber war kein Extremist. Er war ein Pazifist, der Arme“. Sein Vater sagte: „Mein Sohn glaubte an Frieden und das gibt mir die Kraft weiterzumachen. ....“). Sein Sohn glaubte an Frieden und unterstützte irakischen Terroristen.

Was sage ich dazu:

Terroristen töten erbarmungslos unschuldige Menschen, Kinder, Jugendliche in Diskotheken, schwangere Frauen, alte Menschen und irregeleitete Pazifisten, die hierher kommen um Ferienlager für Kinder zu veranstalten. Terrorismus ist nie „legitim“. Es ist Mord. Jeder, der Terrorgruppen unterstützt, ihre Aktionen rationalisiert oder rechtfertigt, verübt Beihilfe zu Mord. Diese Lektion kann von Angelo Frammartinos Tod gelernt werden. Er bezahlte einen hohen Preis um uns dies zu bestätigen, aber hat jemand, der ebenfalls solche Ansichten vertritt, das auch gelernt? Es kommt auch darauf an, wie diese Lektion von den Medien vermittelt wird.