Neue Beaknntschaften und Interessantes aus dem Medien
Gestern Freitag traf ich mich mit Adam Teller im Café Mokka. Adam erblickte einen Kollegen der Universität Haifa mit Frau und Tochter. Wir setzten uns mit ihnen zusammen. Menachem Kellner ist Professor und lehrt Religionsphilosophie, befasst sich in Haifa aber auch mit geschichtlichen Themen wie der Abteilung für Zivilisationen seefahrender Völker. Vor allem ist er einer der grossen Experten für Rambam, allgemein bekannt als Maimonides. Seine Tochter, Literaturstudentin, arbeitet gerade an ihrem Doktorat an der Bar Ilan Universität. Über die Arbeit sprachen wir nicht, mit einer Ausnahme. Papa und Tochter präsentierten ein Paper zum Thema „Die Magie der Wissenschaft und die Wissenschaft der Magie - Harry Potter und Maimonides“, das Sie im vergangenen Mai an einem Kongress der Universität Haifa präsentierten. Das ganze scheint ein Fall esoterischen Humors zu sein, der mir gefällt und mit den beiden zu sprechen ist nicht nur interessant und unterhaltend, sei scheinen auch enormen Spass zu haben. Die Familie Kellner wohnt in Haifa und waren als Tagesflüchtlinge nach Zichron Ya’akov gekommen. Ich schien dem Fräulein Kellner zu gefallen, sie setzte sich mit gekreuzten Beinen neben mich und nahm mich völlig in Beschlag. In meinem Alter wird das geschätzt, was ich später auch meiner Lea sagte. Auf jeden Fall, bestätigte sich heute das Mantra von Leas Freundin Nechama, die allen erzählt, der Uri lese dauernd neue Freunde auf – sozusagen aus dem Nichts. Worauf ich übrigens stolz bin.
Hier einige Aussagen aus den Medien, die ich in den letzten zwei Tagen fand und gerne weitergeben möchte. Einige sind mit Links versehen.
In der heute erhaltenen Ausgabe des Magazins „Cicero“, in meinen Augen die beste politische Zeitschrift in deutscher Sprache überhaupt, steht ein Aufsatz von Peter Sloterdijk, Europas heute wohl populärstem Philosophen. Er schreibt über „die Bevölkerungswaffe der Islamisten“, einer Bedrohung, die ja immer wieder als demographische Zeitbombe genannt und gefürchtet wird und sich nicht nur ausschliesslich auf Israel bezieht. Er nennt den Islamismus eine Ideologie, die nichts hervorbringt. Als eine Art Zusammenfassung des langen Essays will ich daraus hier folgende Aussagen zitieren „Sosehr es zutrifft, dass die islamistische Theokratie auf dem formal und materiell totalitären Anspruch beruht, alle Lebensvollzüge in einer virtuell islamisierten Weltgemeinschaft nach koranischem Recht zu ordnen, so wenig wäre sie imstande, den ökonomischen, politischen, technischen und künstlerischen Tatsachen des gegenwärtigen Zeitalters zu begegnen.“. „Wenn einer der Hamas-Führer, der palästinensische Arzt Abdel Aziz Rantisi [seligen Angedenkens], jüngst verkündete, das kommende Jahrhundert werde das Jahrhundert des Islam sein, unterläuft ihm die zeitübliche Verwechslung von Kultur und Biomasse“. Sloterdijk meint, Rantisi könnte nur recht haben, wenn der islamischen Welt als Ganzes bald der Ausgang aus ihrer selbst verschuldeten Rückständigkeit gelänge. Das ist interessant und leuchtet ein. Auf der anderen Seite, so denke ich, sollten wir aus der Geschichte Beispiele wie den Attila und seine Hunnen aus dem Osten einritten und Europa verwüsteten oder die Barbaren, die aus dem Norden einbrechend das Römische Reich zu Fall brachten in Erinnerung rufen. Zum Verwüsten und Morden braucht es nicht unbedingt ein hochstehendes wissenschaftliches und kulturelles Niveau. Hass genügt, Waffen werden (man denke an die Geschäfte westlicher Staaten und Firmen mit arabischen Diktatoren) von den verblendeten Opfern frei Haus geliefert, ein Phänomen, das wir in den vergangenen paar Jahrzehnten und bis heute beobachten können.
Im Guardian von heute steht ein Interview mit Hisb’allah Terroristen. Daraus geht hervor, dass, falls Israel sein Kriegsziel der weitgehenden Schwächung der Hisb’allah nicht erreicht, dies für die nicht schiitischen Libanesen äussert peinlich werden dürfte. Die Hisb’allah plant schon jetzt rächende Massnahmen. „Die richtige Schlacht“, sagt einer und meint damit bestimmt Schlächterei, „wird nach dem Krieg stattfinden. Wir werden noch offene Rechnungen mit den libanesischen Politikern begleichen. Erst werden wir die Israelis fertig machen und dann werden wir abrechnen“.
Youssef Ibrahim, schrieb am 17. Juli in der New York Sun über die schweigende muslimische Mehrheit, die langsam erwache und eine Stimme bekommt. Er zählt all die arabischen Staaten auf, die sich von den Hisb’allahs distanzieren und dieser sagen: „Macht euren Dreck alleine“ [sehr frei übersetzt]. Ibrahim behauptet, die arabische Mehrheit glaube nicht mehr an den Islam des siebten Jahrhunderts, sondern denke, sie sei fit für das 21. Jahrhundert. Frauen müssen nicht mehr wandelnde schwarze Zelte sein, Männern müssen nicht mehr gezwungenermassen Bärte und lange Kleider tragen, sich wie Verrückte benehmen, herumrennen und sich in die Luft jagen um 72 Jungfrauen zu vernaschen. Die selbe Mehrheit denkt, dass nicht die islamische Scharia, sondern säkulare Gesetze das Leben bestimmen sollen. Ich bin mir nicht sicher, ob er da nicht zu optimistisch ist, aber auf der anderen Seite sollte er besser in der Lage sein, dies zu beurteilen.
Am 26. Juli schrieb derselbe Youssef Ibrahim in der Middle East Times, dass im Durchschnitt täglich 33 Irakis von irakischen und ausländischen Terroristen und Selbstmordbombern umgebracht werden. Die Zahl getöteter amerikanischer und britischer Soldaten nehme ab. Ibrahim beschreibt die innerarabischen Massaker, meistens im Namen des Islam. Touristen werden ermordet in Marokko, Ägypten, Afrika, Indonesien und Jemen – alle durch Muslime, die sagen, sie seien besser als andere Muslime. Es wird gemordet in Indien, Thailand und sie reden nun von Deutschland, Dänemark und anderen. In Kirchen und Synagogen in der Türkei und Tunesien wird gebombt, wo islamische Prediger verkünden es sei o.k. Juden und Christen zu killen. Ibrahim schreibt, das einzig wirklich Erreichte der Jihadisten sei die Tatsache den „Westlichen Tiger“ aus seinem Schlaf geweckt zu haben. Diese naiven Muslime hätten damit ihr grösstes Verbrechen begangen, denn nun werde der Westen nicht nur gegen Muslime kämpfen, sondern gegen den Islam als Religion. Diese letzte Aussage ist, so glaube ich, als Prophezeiung gemeint.

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