Das Uebliche
Im Debka File sind, wenn’s kracht, interessante Neuigkeiten zu finden, nicht immer ganz wahr, aber wem, ausser mir, kann man heute glauben. In Tagen des Kriegs, dessen erstes Opfer, so heisst es, die Wahrheit ist, muss man seine Vernunft, unbeeinflusst von Ideologie und Hass, sondern von echten Tatsachen (mehrheitlich sind erlogene Tatsache marktführend), Respekt vor denen, die unschuldige Opfer des Krieges werden, eiten lassen. Letztlich braucht es den Mut, seine eigene Sache nachdrücklich zu vertreten, womit ich Israel und das weltweite Judentum meine. In diesem Zusammenhang eine Neuigkeit: Die Leitung des Europäischen Jüdischen Kongresses stattete Israel einen Solidaritätsbesuch ab. In seiner Website sind auch verschiedene Solidaritätsaktivitäten aufgeführt, die in europäischen Ländern durchgeführt werden. Das Wort Schweiz ist nicht zu finden. Ich lasse mit diesem Thema nicht locker, denn ich schäme mich für jeden einzelnen Schweizer Juden, der voller Panik hofft nicht zu einer Stellungsnahme aufgefordert zu werden.
Einige meiner Tagebuchleser, Freunde darunter, haben mir geschrieben und versuchen zu erklären, warum Schweizer Juden nicht wie richtige Juden Stellung beziehen können. Andere, und das hat mich gefreut, wollen wissen was sie tun könnten. Ich mailte Vorschläge. Aber entscheiden muss jeder für sich.
Zwei Artikel über das Thema Hisb’allah und Hamas möchte ich hier erwähnen. Der eine ist von George Szpiro der NZZ, der zusammen mit Jacques Ungar der nördlichen Front einen Pressebesuch abstattete. Dabei verbrachten sie ein paar Stunden bei Dany Däster im Kibbuz Malkija. Der Artikel, heute herausgekommen, ist lesenswert und macht mir Freude.
Der zweite Artikel ist ein Leserbrief, ebenfalls in der NZZ vom 24.7.2006, geschrieben von „Der Seele Israels“, auch bekannt als Ernest Goldberger. Er besetzt mit anderen, wie Ilan Pappe, die Marktnische jüdischer Selbsthasser und Querulanten, deren Äusserungen leider von Teilen des weltweiten Publikums unbedarft und unreflektiert als einzige Wahrheit betrachtet werden. In diesem Brief wiedergibt er arabische Propaganda, wie die Mär von den 22% des früheren Palästinas und redet über Recht und Würde der Palästinenser ohne überhaupt geschichtliche Hintergründe oder gar die heutige Haltung des palästinensischen Extremismus, der nun mal deren Regierung stellt, zu berücksichtigen. Immerhin wagt er nicht zu behaupten, das Schicksal der Palästinenser liege der Hisb’allah am Herzen und gibt zu, dass es nur ein vorgeschobenes Argument ist. Den wirklichen Grund dieser Feindschaft, nämlich das religiöse islamische Dogma, dass keine Nichtmoslems auf arabischem Boden leben dürfen (bestenfalls als Dhimmis), den nennt er nicht. Dass mit religiösem Wahn, der ja genau so für Hamas, der heutigen Regierungspartei Palästinas gilt, keine rationale Verhandlungen geführt werden können, sollte jedem vernünftigen Menschen verständlich sein. Mit Fatah und der PLO vielleicht, doch die bisherigen Erfahrungen lassen zweifeln.
Soeben ist aus verschiedenen Nachrichtenquellen zu entnehmen, dass Condy Rice in drei Wochen wiederkommen will implizierend, dass Israel ruhig weiter machen soll. Es soll nun doch eine internationale Sicherheitstruppe auf die Beine gestellt werden, die von der israelischen Armee übernehmen kann. Dabei teilnehmen sollen Deutschland, England, Frankreich, Jordanien, Ägypten und Saudiarabien. Ich fände besonders saudische und jordanische Soldaten sehr gut für einen solchen Einsatz. Im Gegensatz zu Israel hätten diese sunnitischen Soldaten nicht die Hemmungen der israelischen Armee richtig durchzugreifen, wie es Jordanien seinerzeit währende dem „Schwarzen September“ gezeigt hatte. Dieser ganze Plan hat jedoch nur dann einen Wert, wenn diese Sicherheitstruppe stark und durchschlagend agieren darf. Es darf betont werden, dass die Hisb’allah und deren Puppenmeister Iran von den arabischen Staaten als die grosse existenzielle Bedrohungen gesehen wird und von Europa und dem ganzen Westen als solche gesehen werden sollte. In der westlichen Presse scheint diese Entwicklung langsam erkannt zu werden.

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